Liebe Blasmusik-Leser und Berichteschreiber, vielleicht geht es euch ähnlich. Ich möchte von unserem Konzert erzählen, aber eigentlich nicht den 137. Konzertbericht veröffentlichen, der sich nur durch andere Musiktitel vom 136. unterscheidet. Konzerte und ihre Berichte sind schon fast austauschbar geworden, und erschwerend kommt hinzu, dass in vielen unserer Konzerte die gleichen Stücke gespielt werden. Was tun? Ich werde meinen Bericht geben, aber ein paar Gedanken zum Thema anschließen.
"Legenden" war das Thema des Muttertagskonzerts beim Musikverein Spielberg. Musikalische Legenden vor allem, aber nicht nur die: Im ersten Konzertteil lud das "Modern Sound Orchestra Etzenrot/Spielberg" das Publikum zu einer Reise im "Glacier-Express" ein und entführte es sogar für "A Day in Space" in den Weltraum. Doch mit Melodien der Popgruppen "Abba" und "Queen" kamen dann wahre Legenden zu Gehör. Ein erster Hinhörer des Konzerts war ohne Zweifel ein Auszug aus dem Musical "Tanz der Vampire". Einzelne Szenen des Musicals wurden überzeugend interpretiert, und das MSO bewies dabei ein für Jugendorchester höchst erstaunliches Niveau. Zusammen mit seinem sehr engagierten Dirigenten Benjamin Knab meisterte es alle Herausforderungen bravourös. Was soll man da sagen? Bei aller Abneigung gegen überzogene Lobhudelei kann man den jungen Musikerinnen und Musikern nur seine ehrliche Hochachtung aussprechen.


Auch im zweiten Teil führte der Moderator, der Spielberger Ortsvorsteher Joachim Karcher, weiter durch das Konzertprogramm, das jetzt vom Blasorchester übernommen wurde. Unter der sicheren Leitung des Dirigenten Steffen Unser waren Legenden der populären Musik zu hören, unvergängliche Hits von Udo Jürgens, den Beatles, Elvis Presley. Besondere Beachtung verdiente Frank Sinatras "My Way" mit einem einfühlsamen Saxofonsolo von Bertram Müller. Harten Kontrast dazu bot "You can leave your hat on", ein Klassiker von Joe Cocker, der ein wenig Woodstock-Feeling in die eher brave Spielberger Berghalle brachte. Verantwortlich dafür war Stefan Melzer (als Gast), der mit einem glaubhaften Joe Cocker das Publikum begeisterte und Lust auf mehr machte. Beachtung verdient nicht zuletzt die "Bohemian Rhapsody" des legendären "Queen"-Frontmanns Freddie Mercury. Ein geniales Arrangement für Blasorchester, das die Queen-Legende noch einmal in aller Lebendigkeit auf die Bühne zauberte. Dazwischen klang es sehr spanisch mit der Filmmusik aus „Die Maske des Zorro“, und auch Zorro ist zweifellos eine Legende. Lang anhaltender Beifall war der Dank für dieses Konzert, und das Orchester dankte auf seine Weise mit der ebenfalls bestens bekannten Carmen-Ouvertüre als Zugabe.
Nach einem Konzert, das Mitwirkenden und Publikum gleichermaßen Freude gemacht hat, sei dennoch die Frage erlaubt: Was macht unsere Konzertberichte so ähnlich? Es ist zum einen der Eindruck, dass jedes Blasmusikkonzert in unserem Bezirk ein epochales Ereignis gewesen sein muss, viel bedeutender als bei den Profis. In deren Konzertberichten ist oftmals Kritisches zu lesen, oft auch zu Recht, bei uns gibt es niemals etwas auszusetzen. Natürlich will niemand etwas Negatives hören, aber ein wenig Bescheidenheit wäre manchmal schon erfreulich. Ein weiterer Grund ist, dass viele Konzerte tatsächlich sehr vergleichbar sind, ein bunter Reigen von Musikstücken ohne inneren Zusammenhalt. Das kann man machen, es bleibt wahrscheinlich aber wenig davon in Erinnerung. Neben dem Wunsch nach einer ehrlichen Berichterstattung drängt sich der Gedanke auf, dass wir bei der Gestaltung unserer Konzerte durchaus mehr Kreativität und Lust am Ungewohnten zeigen dürfen. Gewiss: Wer nur seinen eigenen Stiefel spielt, der verliert sein Publikum. Wer aber nur das spielt, was das Publikum schon kennt und immer wieder hören will, der verliert es auch: irgendwann wird‘s langweilig. Für ein erfolgreiches Konzert braucht man viele gute Ideen - und einen guten Moderator, der das Interesse am Neuen weckt.
Selbstverständlich werde ich auch in Zukunft Konzertberichte mit Interesse lesen und eigene schreiben. Vielleicht gelingt es uns ja doch, ein wenig Vielfalt in dieses Thema zu bringen.

Fredy Hesselschwerdt

 


Musikprobe

Die Musikprobe des Blasorchesters findet jeden Dienstag von 20.00 Uhr bis 22.00 Uhr im Probenraum der Berghalle Spielberg statt.

Wir würden uns freuen, Sie als neuen Musiker bei uns begrüßen zu dürfen. Kommen Sie doch einfach mal bei uns vorbei!

Musikprobe Jugend

 

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