Musik und Fußball – ist das nicht ein unversöhnlicher Gegensatz? Dass das nicht so sein muss, hat das Jahreskonzert des Musikvereins Spielberg am Pfingstsamstag bewiesen. Geplant war es wie immer als Muttertagskonzert, musste wegen der Erkrankung des Dirigenten aber um vier Wochen verschoben werden. Jetzt war es endlich soweit, noch rechtzeitig vor Beginn der Fußball-WM in Brasilien. Die war nämlich das Thema des Abends. Die Berghalle in Spielberg hatte sich in eine Fußball-Arena verwandelt - abgesehen von den Zuschauermassen, da hat es die Musik deutlich schwerer als der Fußballsport. Vom Anpfiff an zeigte das Modern Sound Orchestra, das gemeinsame Jugendorchester der Musikvereine Etzenrot und Spielberg, sein großes Können. Von Brasilien über Lenas „Satellite“ für Deutschland und die Serengeti zurück zur südamerikanischen „Latin Band Parade“ führte die Reise durch einige WM-Teilnehmerländer. Dirigent Benjamin Knab und seine jungen Musikerinnen und Musiker begeisterten das Publikum mit mitreißender Musik und wurden erst nach einer Zugabe vom Platz gelassen.

Nun wurde die ganze Mannschaft ausgewechselt, das Blasorchester des Musikvereins Spielberg unter seinem Trainer (Dirigenten?) Steffen Unser war eingelaufen und setzte die musikalische Reise durch die Fußball-Nationen fort. Aus England erklang die „Fantasia on British Sea Songs“, eine Kult-Veranstaltung von echtem britischem Humor. Es folgte ein  Höhepunkt des Abends, die Uraufführung des Orchesterstücks „Goal!“ von Kim-Dirk Linsenmeier, der in Spielberg musikalisch aufgewachsen ist und dieses Werk „seinem“ Verein gewidmet hat. Er war auch selbst an der Bassposaune mit dabei. Ein WM-Endspiel wird hier musikalisch dargestellt, die Hymnen der beiden Mannschaften wetteifern miteinander, Fangesänge ertönen, die Spannung im Stadion kulminiert in dissonant aufgetürmten Akkorden. Ein Tor fällt, dann der Ausgleich, lauter Jubel aus verschiedenen Teilen des Orchesters. Schließlich zeigt die Zeitlupe den Siegtreffer, noch einmal Jubel und Trauer vor einem versöhnlichen Schluss. Hier ist es gelungen, in heutiger Musiksprache eine Verbindung von Fußball und Musik zu schaffen. Die Orchestrierung ist originell, und das Spielberger Blasorchester mit Steffen Unser bewies mit Können und Spielfreude, dass es einer solchen Komposition durchaus gewachsen ist.  Vor der Halbzeitpause gab es dann noch Musik aus Deutschland: „Johnny Small“ alias Hänschen klein aus der Feder von Roland Kreid erklang jazzig als Dixie und im Big-Band-Swing, als Militärmarsch oder Hollywood-Musik.

Nach der Pause war man in den USA zu Besuch, natürlich mit einem Medley des unsterblichen Glenn Miller. Dann der Sprung in die italienische Oper: die zauberhafte Puccini-Arie „O mio babbino caro“  aus „Gianni Schicchi“, wundervoll gesungen von Ulianah Nesterova, der in Spielberg wohlbekannten Sängerin und Chorleiterin. Endlich ging es auch nach Brasilien mit „Tico Tico“ und heißen Samba-Rhythmen, von dort weiter nach Mexiko zu den „Children of Sanchez“ und schließlich zum amtierenden Weltmeister Spanien, wo mit „España Cañí“ und feuriger Zigeunermusik die Reise zu Ende ging. Großer Applaus war der Dank des Publikums, der wiederum mit zwei Zugaben belohnt wurde (Paul Linckes „Berliner Luft“ mit etlichen jungen Pfeifern).

 

Juni 2014   Fredy Hesselschwerdt


Musikprobe

Die Musikprobe des Blasorchesters findet jeden Dienstag von 20.00 Uhr bis 22.00 Uhr im Probenraum der Berghalle Spielberg statt.

Wir würden uns freuen, Sie als neuen Musiker bei uns begrüßen zu dürfen. Kommen Sie doch einfach mal bei uns vorbei!

Musikprobe Jugend

 

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